Mach das, was Du schon immer tun wolltest!

Am Wochenende traf ich auf dem Bahnhof zufällig einen Weggefährten aus meiner Teenagerzeit. Als Jugendliche waren wir begeisterte Wettkampfschwimmer und trafen uns beinahe täglich beim Training.

Nachdem wir zweimal umeinander herumgeschlichen waren, fragten wir fast gleichzeitig „Bist Du…?“ Ein schöner Moment war das, so ein Augenblick, an den ich im Nachhinein dankbar zurückdenke.

Wir hatten wenig Zeit bis der Zug kam und fragten daher nur kurz ab, was wir gerade tun. Sein Satz klingt mir seitdem in den Ohren: „Ich tue das, was ich schon immer machen wollte: Ich bin Regisseur“. Dabei strahlten seine Augen und sein Gesicht leuchtete. Von seinen Erfolgen und Auszeichnungen sprach er nicht, die entdeckte ich erst hinterher auf Google. Diese innere Freude, die krampfige Selbstdarstellung und Angeberei überflüssig macht, wird mir von unserem kurzen Zusammentreffen ebenso in Erinnerung bleiben, wie seine zufriedene Ausstrahlung.

Wie der Zufall es wollte, hatte ich am Wochenende zwei Coachingklientinnen, mit denen es das Leben weniger gut gemeint hatte, wie mit meinem Bekannten oder mit mir. Beide Klientinnen fühlten sich schon als Jugendliche zu kreativen Berufen hingezogen, teilten aber die Erfahrung, von Eltern, Lehrern und Bekannten entmutigt worden zu sein. Die Wunden, die damals durch abwertende Kommentare und Angstmacherei geschlagen wurden, wirken bis heute tief und nachhaltig. Eine der beiden entwickelte eine Depression, die ihr bis heute den Zugang zu ihren Gefühlen verschließt. Ganz langsam und mit professioneller Hilfe tastet sie sich voran. Sie weiß nun, warum sie so viele „vernünftige“ Berufe ausprobieren musste und dabei immer trauriger wurde. Jetzt fasst sie langsam Mut, eigene Bedürfnisse zu erkennen und in ein erfüllteres Leben aufzubrechen.

Die Andere konnte sich zwar besser arrangieren, leidet aber unter einem schmerzhaften Dauermangel an kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. In der Lebensmitte angekommen spürt sie ganz deutlich: Ich muss etwas ändern.

Aus dem unerschöpflichen Methodenkoffer des Kreativen Schreibens konnte ich beiden Methoden mit auf den Weg geben, die ihnen helfen können, ihren „ inneren Kompass“ (der Begriff ist bei Julia Cameron entliehen) neu auszurichten. Kleine Schreibroutinen, täglich praktiziert, können jeden Menschen dabei unterstützen, den erforderlichen Mut zu fassen, sich ohne doppeltes Sicherheitsnetz auf etwas Neues einzulassen. Es gibt so viele Möglichkeiten, Kreativität ins Leben zu holen oder Kreativität zu LEBEN! Das Alter spielt dabei keine Rolle: Etwas geht immer, man muss es nur in Angriff nehmen. Das habe ich bei meinem Richtungswechsel selbst erfahren und sehe es immer wieder bei den Menschen, die sich von mir oder meiner Kollegin Susanne Diehm beraten lassen.

Eine kleine Portion Ermutigung, eine ausformulierte Vision und vor allem die Bereitschaft, sich jeden Tag aufs Neue schreibend zu motivieren, reichen aus, um sich in kleinen Schrittchen auf das Ziel zuzugehen. Oft reichen schon 2-3 Coachingeinheiten, um sich anschließend selbst helfen zu können, von Tag zu Tag.

Ich liebe, was ich tue in allen Facetten: schreiben, lehren, beraten. Die Reihenfolge ist mal so, mal anders – aber immer richtig. Jeder Mensch sollte dieses Glücksgefühl erleben. Wie anders wäre die Welt, wenn wir alle von innen strahlen könnten!

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3 Gedanken zu „Mach das, was Du schon immer tun wolltest!

  1. Wow, das ist aber toll formuliert! Klasse! Und danke, dass Du mich nennst! Schick doch mal den Beitrag dem Wettschwimmer mit einem freundlichen Gruß….??? Als Weg-Gefährte findet er das bestimmt nett!

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